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Thrombozytenkonzentrate

Thrombozyten (Blutplättchen) spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Ohne eine ausreichende Anzahl von Thrombozyten ist eine ausreichende Blutstillung nicht möglich.

Patientinnen und Patienten können durch intensive Krebstherapien, durch eine schwere Störung der Blutbildung oder durch starken Blutverlust einen Mangel an Blutplättchen erleiden, der zu schweren Einblutungen in Haut, Schleimhäute, Augenhintergrund und/ oder Gehirn führen kann. Da das Blut fließt, also ständig in Bewegung ist, herrscht bei verminderten Plättchenwerten ein Mangel bzw. eine Beeinflussung des gesamten Körpers. Um diesen Mangel auszugleichen, erhalten die Patienten Thrombozytenkonzentrate.

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Man unterscheidet heute zwei verschiedene Thrombozytenkonzentrate:

  • Apherese-Thrombozytenkonzentrat, hergestellt in einer Thrombozytenspende
  • Pool-Thrombozytenkonzentrat, hergestellt aus den Thrombozyten mehrerer blutgruppengleicher Vollblutspenden

Thrombozytenkonzentrate müssen besonders aufwändig, und zwar unter ständiger Bewegung, zwischen +20 und +24°C gelagert werden.

Zusätzlich kann eine ionisierende Bestrahlung an den genannten Präparaten vorgenommen werden, um die für eine seltene und schwere Nebenwirkung (GvHD) verantwortlichen Zellen in ihrer Vermehrung zu stoppen.

Das Institut Bremen-Oldenburg ist eines von ganz wenigen medizinischen Einrichtungen, die diese Konzentrate anbieten kann. Die Auswahl der Präparate für die Anwendung erfolgt in Abhängigkeit vom Krankheitsbild des zu behandelnden Patienten.

Wie werden Thrombozytenkonzentrate von Einzelspendern hergestellt?

Thrombozyten-Einzelspenden können leider nicht auf Spendeterminen abgenommen werden, da zur Gewinnung bestimmte technische Geräte erforderlich sind, die sogenannten Apheresemaschinen. Die Gewinnung erfolgt deshalb in unserem Institut in Oldenburg, in der Brandenburger Str. 21.

Vor jeder Thrombozytengewinnung ist, wie Sie es von der Vollblutspende her kennen, ein standardisierter Spenderfragebogen auszufüllen. Nach einer kurzen ärztlichen Untersuchung erfolgt die Freigabe zur Spende.

Besonders wichtig ist, dass in den letzten zehn Tagen keine Azetylsalizylsäure (Aspirin) bzw. ähnliche Schmerzmedikamente eingenommen wurden, da diese die Funktion der Blutplättchen deutlich einschränken. Es dürfen auch keine anderen Störungen der Blutgerinnung vorliegen.

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Die Venen in den Armbeugen müssen für die Spende geeignet sein, der Abstand zur letzten Vollblutspende muss mindestens 14 Tage betragen. Weiterhin sind bestimmte andere Blut- und Blutbildwerte einzuhalten, um ein für die Spenderinnen und Spender jederzeit sicheres Verfahren durchführen zu können.

Innerhalb von zwölf Monaten sind maximal 26 Thrombozytenspenden möglich, da der menschliche Körper die entnommenen Blutplättchen innerhalb von zehn Tagen wieder ersetzt. Die Thrombozytenspende erfolgt an modernen Zellseparatoren mit speziellen Einmal-Beutelsystemen. Über diese Vorrichtung werden aus dem Blut der Spender bestimmte Bestandteile separiert. Für Thrombozytenkonzentrate werden Blutplättchen, sowie eine geringe Menge Blutplasma zur Gewährleistung der Lebensfähigkeit der Thrombozyten abgetrennt. Der Spender erhält gleichzeitig seine anderen Blutbestandteile zurück, da sie für diese Spende nicht benötigt werden.

Nach etwa 30-45 Minuten, abhängig von den Blutbildwerten, ist die eigentliche Thrombozytenspende beendet. Danach müssen die Spenderinnen und Spender noch für 30 Minuten unter unserer Beobachtung bleiben, währenddessen sie einen Imbiss erhalten. In seltenen Fällen kann es durch den Zusatz eines Medikamentes, das die Blutgerinnung im Schlauchsystem des Zellseparators verhindert, zu leichtem Kribbeln in den Lippen oder Fingern während der Spende kommen. Diese „Zitratreaktion“ ist ungefährlich und verschwindet nach Beendigung der Blutplättchenentnahme. Das gespendete Thrombozytenkonzentrat wird im gleichen Umfang wie eine Vollblutspende untersucht.

Thrombozytenkonzentrate sind maximal vier Tage haltbar. Aus diesem Grund ist eine fortlaufende Herstellung dieser Präparate zur Gewährleistung der Versorgung der Patienten notwendig. Diese wird durch vorab vereinbarte Spendetermine erreicht.