
| Jeder weiß es – Blut ist rot. Doch welche Rolle spielt Eisen im Zusammenhang mit der roten Färbung? Die typisch rote Farbe erhält das Blut durch das Eiweiß Hämoglobin (Hb). Es ist der wichtigste Bestandteil der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten. Die roten Blutkörperchen haben die Aufgabe, Sauerstoff von der Lunge zu unseren Körperzellen zu transportieren und schädliches Kohlendioxid als Stoffwechselendprodukt zu entfernen. Hierbei kommt der Blutfarbstoff Hämoglobin ins Spiel. Denn Hämoglobin enthält das Spurenelement Eisen, das Sauerstoff bindet und somit dessen Transport zu den Körperzellen sicherstellt. Kurzum: Eisen hat eine lebenswichtige Funktion. Ist ausreichend Eisen im Blut vorhanden, wird unser Organismus optimal mit Sauerstoff versorgt. Wir sind gesund und leistungsfähig. |
Eisen – die Fakten
Eisen ist das häufigste Spurenelement im Körper. Der Körper eines Erwachsenen enthält etwa 4 g bis 5 g Eisen, davon ca. 70% im Hämoglobin.
Hb-Wert – Kontrolle ist besser
Ob wir gut mit Eisen versorgt sind, erfahren wir über den Hb-Wert. Dieser zeigt an, wie hoch der Hämoglobin-Gehalt im Blut tatsächlich ist. Eisenmangel kann bei regelmäßigen Blutspendern über diesen Wert ganz leicht festgestellt werden. Denn vor jeder Blutspende wird der Hb-Wert gemessen – durch einen Pieks in die Fingerbeere oder in das Ohr. Ist der Hb-Wert bei einem Spender zu niedrig oder an der unteren Grenze, so wird er von der Spende zurückgestellt. In diesem Fall stehen dem Körper nicht genügend Eisenreserven zur Neubildung von Erythrozyten zur Verfügung. Dann ist es ratsam, die Gründe für den Eisenmangel zu finden und mit einer eisenhaltigen Ernährung den Eisenspeicher wieder aufzufüllen.
Eisenmangel – mögliche Ursachen
Sind Sie oft müde und fühlen sich schwach? Plagen Sie ständig Kopfschmerzen oder Herzrasen, leiden Sie unter spröder Haut und brüchigen Nägeln sowie Verdauungsproblemen? Diese Symptome könnten erste Anzeichen eines Eisenmangels sein. Eine regelmäßige Kontrolle Ihres Hb-Wertes kann darüber Auskunft geben.
Wird bei Frauen ein Hb-Wert unter 12,5 g / 100 ml Blut und bei Männern unter 13,5 g / 100 ml Blut gemessen, so darf nicht gespendet werden. Aber keine Panik, der Grenzwert für die Zulassung zur Spende ist höher angesetzt als der medizinisch bedenkliche Wert. Verschiedene Ursachen können der Auslöser sein: einseitige Ernährung, gesteigerter Eisenbedarf, Aufnahmestörungen, Einnahme bestimmter Arzneimittel, Blutbildungsstörungen usw. Deshalb gilt: Ernähren Sie sich eisenhaltig!
Ihre Eisenlieferanten
Tierische Nahrungsmittel haben einen hohen Eisenwert. In Fleisch und Fleischprodukten enthaltenes Eisen kann besonders gut vom menschlichen Körper aufgenommen werden. Aber auch pflanzliche Lebensmittel sind Eisenlieferanten, jedoch haben sie einen deutlich geringeren Eisengehalt. Vegetarier und Veganer unter den Blutspendern sollten aus diesem Grund größere Mengen an pflanzlichem Eisen zuführen.
Achtung: Genussmittel wie z.B . Kaffee, schwarzer Tee und Rotwein hemmen eine Eisenaufnahme. Ideal wäre es, zwei bis drei Stunden vor und nach einer eisenreichen Mahlzeit darauf zu verzichten. Auch kalziumhaltige Nahrungsmittel können eine Aufnahme bremsen. Vitamin C hingegen verbessert die Aufnahme des Spurenelements um ein Vielfaches. Allerdings – viel hilft nicht viel! Denn der Körper kann maximal 15% des aufgenommenen Eisens richtig nutzen. Der Tipp für Blutspender: Kombinieren Sie eisenhaltige Lebensmittel kreativ miteinander!
Eisenreiche Lebensmittel
Tierische Lebensmittel Schweineleber Kalbsleber Leberwurst Rindfleisch (Schulter) Geflügel Wiener Würstchen Sardine Hühnerei | Eisen (mg/100g) 22,1 7,9 5,3 3,2 2,6 2,4 2,4 2,1 |
Pflanzliche Lebensmittel Hirse (geschältes Korn) Sojabohnen Pfifferlinge Sonnenblumenkerne Bohnen (weiß) Erbsen (trocken) Knäckebrot Haferflocken | Eisen (mg/100g) 9,0 6,5 6,3 6,3 6,1 5,0 4,7 4,6 |
Quelle: Souci, Fachmann, Kraut: „Die Zusammensetzung der Lebensmittel“ und Protina GmbH, Eisen-Diasporal Service
Vitamin-C-reiche Lebensmittel
Gemüse Paprika Brokkoli Rosenkohl Grünkohl Spinat Rotkohl Weißkohl Sauerkraut | Vitamin C (mg/100g) 120 115 112 105 51 50 47 20 |
Obst Hagebutte Schwarze Johannisbeere Erdbeere Zitrone Orange Kiwi Heidelbeere Ananas | Vitamin C (mg/100g) 1.250 177 62 53 50 46 47 20 |
Quelle: Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle 2006/07
Tipps für einen optimalen Hb-Wert
- Wenn Sie Fleischprodukte essen, trinken Sie dazu am besten Vitamin-C-haltige Fruchtsäfte.
- Weg mit den Fertiggerichten, her mit der Frischkost oder unzubereiteter Tiefkühlware.
- Zu den Mittagmahlzeiten lieber das Glas Milch, Cola oder Rotwein weglassen.
- Essen Sie als Nachtisch regelmäßig Obst statt Joghurt, Pudding oder Quark.
- Auch wenn’s schwerfällt – öfter auf die „Eisenkiller“ Kaffee und schwarzen Tee verzichten.
